Das Gedicht habe ich für meinen Freund zu Weihnachten 2007 geschrieben, entstand auch einen Tag davor ,).
~ Alles ~
Ein Mädchen so weiß wie Schnee
Ihre Schritte in Erde gebrannt
Von Kälte umfangen
Und nur ein Ausweg im Nirgendwo
Das gefrorene, weiße Nass umspielt die Zehen
Die Kälte fährt in ihre Gebeine
Ein Zittern durchdringt ihren Körper
Sie schüttelt sich, geht weiter
Stunden, Tage, Monate
Sie weiß es nicht mehr
Ihr Leben verlassen, sie selbst nicht mehr
Grau ist die Welt um sie herum
Grün der Tag, schwarz die Nacht
Blau der Mond, Gelb das Meer
Und still die Sonne am Horizont
Weit über ihr des Sternes Strahlen
‚Hoffnung’, sagt sie sich
‚Hat es nie gegeben’
Der Verbleib ihrerselbst erlischt im Glanze
Der eisig verschneiten Nacht
Des Tages Kälte lässt sie vergehen
Ein Wolf sitzt in ihr
Schenkt ihr Mut und Kraft
Und der ihr den Glauben greifbar macht
Glätte, Kälte
Ein und dasselbe
Alles bezwingbar, alles vergehend
Und nur sie, die übrig bleibt
Im endlosen Kreis von Tot und Leben
Bleibt nur sie und wird dir Wärme geben
Halte sie fest, halte sie warm
Gebe ihr das, was sie nie bekam
Glaube daran, dass ihr es schafft
Glaube daran, dass ihr gemeinsam weilt
Und glaube daran auch in Einsamkeit
Wenn sie scheint zu schwinden
Der Wolf ist dir nah
Schnuppert an dir
Hat er dich erkannt, wird er dir treu ergeben sein
Nur ich weiß, er wird es ihr zuliebe tun
Ein Mädchen so weiß wie Schnee
Ein Mann so heiß wie Blut
Ihre Schritte in Erde gebrannt
Von Wärme umfangen
Schreiten sie in den Tag hinein
Und wissen, es kommt die Zeit
Da wird die Welt versinken
Und sie sind alles, was übrig bleibt